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4. Rolle bei der Koordination und Netzwerkarbeit

 


Gerade die Unübersichtlichkeit und die Geschwindigkeit der Ereignisse seit Sommer 2015 haben aufzeigt, wie wichtig und hilfreich ein gemeinsames Vorgehen bzw. eine Koordination der unterschiedlichen Aktivitäten in der Hilfe für Geflüchtete sein kann. Grundsätzlich gelten bei der Hilfe für Geflüchtete ähnliche Erfolgsbedingungen wie bei anderen Netzwerken auch:




  • Ziel, Zweck und Inhalte der Vernetzung und Koordination klären

  • Beteiligung aller relevanten Akteure, vor allem auch Selbstvertretung der „Betroffenen“ , wie sie bereits in sogenannten Heimräten in einigen Unterkünften praktiziert wird

  • Berücksichtigung der unterschiedlichen Handlungslogiken und vor allem der Stärken der Akteure

  • Offenheit und Transparenz der Abläufe und Informationsmanagement

  • Gestaltungs- und Einbringungsmöglichkeiten

  • Aushandlung eines Entscheidungs- und Vertretungsverfahrens


Die Netzwerkverfasstheit bzw. die Koordination muss den lokalen Rahmenbedingungen entsprechen und vor allem die Kompetenzen, Ressourcen und Potenziale der Akteure berücksichtigen. Freiwilligenagenturen können und sollten sich auf jeden Fall in den Netzwerken und Arbeitskreisen zur lokalen Flüchtlingshilfe beteiligen. Das ist schon alleine wichtig, um als kompetenter Partner sichtbar zu sein. Zur Informationsbeschaffung ist es unumgänglich. Außerdem sollten Agenturen zumindest ihre Basiskompetenzen (Informieren, Beraten, Vermitteln) einbringen. Der Grad der Beteiligung bis hin zur Gesamtkoordination hängt wiederum von den Kompetenzen und Ressourcen der Freiwilligenagentur ab.

Aufgaben von Freiwilligenagenturen

Wichtige Aufgaben, die Freiwilligenagenturen dabei übernehmen können, sind z.B.

  • laufende Bedarfsermittlung ehrenamtlicher Unterstützung von Asylunterkünften, Trägern, Initiativen, Organisationen etc.
  • Beratung und Unterstützung von Organisationen/Initiativen beim Freiwilligenmanagement, Projektmanagement & Fundraising
  • Aufbau ehrenamtlicher Helferkreise
  • Unterstützung und ggf. Initiierung ehrenamtlicher Projekte von/mit und für Geflüchteten innerhalb des Netzwerks
  • Informationssicherung – und weitergabe im Netzwerk
  • Koordination und Vernetzung bestehender ehrenamtlicher Flüchtlingshilfen
  • Kooperation mit Angeboten/Projekten anderer Organisationen zur Umsetzung von Unterstützungsmaßnahmen
  • Recherche und Gewinnung neuer Partner sowie Vermittlung zwischen Partnern
  • Öffentlichkeitsarbeit für das Netzwerk

Mögliche Kooperationspartner

Kooperationspartner innerhalb eines Netzwerks können z.B. sein

  • die Kommune
  • in der Flüchtlingshilfe aktive Organisation
  • Träger und Koordinatoren der Gemeinschaftsunterkünfte
  • Migrationsberatungsstellen
  • Migrantenselbstorganisationen
  • Religiöse Gemeinschaften
  • Agentur für Arbeit
  • Unternehmen
  • Hochschulen

Welche besonderen Formate und unterschiedliche Ideen hinsichtlich der Koordinierung und Vernetzung des Engagements für Geflüchtete entwickelt werden können, zeigen Praxisbeispiele und Empfehlungen der Freiwilligenagenturen in Cottbus, Halle, Landshut und Kiel.

 

Foto: Timo Jaster

Beispiele

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