Bertelsmann Stiftung: Koordinationsmodelle und Herausforderungen ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe in den Kommunen

Warum lesen?

frank-gerhold„Die Bertelsmann-Studie ist mehr als eine Studie. Sie ist eine profunde Handreichung mit hohem Nutzwert. Schon die erste Seite glänzt mit einer guten Zusammenfassung aller wesentlichen Erkenntnisse. Das freut mich, weil ich so Zeit spare und ich mich nicht erst mühsam durch 60 Seiten lesen muss. Die Handlungsempfehlungen sind schlüssig und erlauben, je nach Ressourcen, die Entwicklung eines eigenen Handlungsportfolios. Der Mittelteil der Studie macht aufgrund seiner vielen Praxisbeispiele Lust zum Lesen und zeigt auch die Stolpersteine auf, die es – besonders bei freien Freiwilligen – zu bemerken gilt. Meine Praxiserfahrung ist, dass man sich als Freiwilligenagentur die Kooperation von freien Freiwilligen erst einmal verdienen muss. Die Studie zeigt Stellen auf, wie das gemacht werden kann. Weil sich das Feld in einem schnellen Wandel befindet, hoffe ich auf eine neue „erweiterte“ Auflage.“

Frank Gerhold, Freiwilligenzentrum Kassel

Inhalt

Im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Berliner Humboldt-Universität im August 2016 eine Studie, die einen Überblick dazu gibt, welche neuen Formen der Organisation und Koordinierung des bürgerschaftlichen Engagements für Geflüchtete sich entwickelt haben. Die Erhebung fand zwischen Januar und März 2016 statt. Der Fokus lag dabei auf 25 qualitativen Interviews mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Koordinator/innen. Vertreter/innen von Freiwilligenagenturen wurden allerdings nicht befragt.

Die Studie unterscheidet zwischen drei Formen der Koordination:

  • „Initiativen-Koordination: Die Koordination aller Akteure erfolgt (zumeist ehrenamtlich) durch Mitglieder der Initiative.
  • Netzwerk-Koordination: Die Koordination erfolgt durch Abstimmungen aller Akteure an Runden Tischen.
  • Zentrale Koordinationsstellen: Die Koordination erfolgt durch eine zumeist hauptamtliche Stelle bei der Stadt, freien Trägern oder eigens für diesen Zweck gegründeten Einrichtungen.“

Freiwilligenagenturen werden in der Studie als mögliche Träger zentraler Koordinierungsstellen erwähnt. Die Studie fächert sowohl die Aufgabenbereiche der Freiwilligen in der Flüchtlingshilfe als auch die Aufgaben der verschiedenen Koordinationsformen auf. Außerdem geht sie auf verschiedene Möglichkeiten ein, wie neue Freiwillige eingebunden werden können. Als Herausforderungen identifiziert die Untersuchung die Stärkung der Teilhabe Geflüchteter, das Erreichen aller Zielgruppen unter den Geflüchteten, die Informationsbündelung und –filterung, eine qualifizierte Beratung, Konflikte zwischen Verwaltung und Initiativen, Supervisionsbedarf, fremdenfeindliche Stimmung und die Finanzierung der Koordinierung bzw. der Arbeit von Initiativen.

Stand: August 2016

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