Becker/Speth: Zivilgesellschaftliche Akteure und die Betreuung geflüchteter Menschen in deutschen Kommunen

Warum lesen?

frank-gerhold„Unter Druck wird Festes flüssig. Die vorliegende Studie ist unter hohem Druck entstanden und zeigt auf, was alles schnell in Bewegung geraten ist. Atemlos liest man sich durch das Resultat und bekommt dabei einen Fundus an nützlichen Ideen und Beispielen aufgezeigt. Das ist gut, wenn nach guten Argumenten für eigene Vorhaben notwendig sind. Es ist alles drin vom proaktiven Bürgermeister der frühzeitig informiert und einlädt, über Ideen zu Engagementfonds bis hin zu Forderungen nach engagementfördernden Leitlinien, die sich Verwaltung selbst geben muss. Die Studie zeigt auf, wie sich das Verhältnis zwischen Bürger und Staat nachhaltig verändern (jetzt schwanke ich zwischen könnte, kann und muss), um proaktiv, belastbar und gegenseitig motivierend auch hohen gesellschaftlichen Herausforderungen gewachsen zu sein.
Dass es grundsätzlich geht, wissen wir, aber der öffentliche Druck lässt gerade etwas nach und schnell wird wieder fest, was gerade erst in Bewegung gekommen ist. Das ist jedoch ein Trugbild, dem wir aufsitzen dürfen. Die Studie ist eine Story vom Gelingen, die müssen wir weiterschreiben.“

Frank Gerhold, Freiwilligenzentrum Kassel

Inhalt

In enger Kooperation mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (DIFU) führte das Maecenata Institut im 1. Quartal 2016 ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend maßgeblich gefördertes Begleitforschungsprojekt durch. Das Projekt bearbeitete unter anderem folgende Fragestellungen:

  • In welchen Formen und in welchem Organisationskontext (Wohlfahrtsverbände, Vereine, spontane Hilfen) zeigt sich die zivilgesellschaftliche Hilfsbereitschaft und wie effektiv sind diese Formen?
  • Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit der zivilgesellschaftlichen Hilfen mit den kommunalen Strukturen der Flüchtlingshilfen? Wie verändert diese Zusammenarbeit das grundsätzliche Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft und Kommunen?
  • Welche bundespolitische Bedeutung haben diese Veränderungen?

Die Untersuchung konzentrierte sich auf drei ausgewählte Orte: Berlin, Mannheim und Starnberg (Bayern). Besonders wurde die Kooperation als grundlegende Basis der Flüchtlingshilfe hervorgehoben: „Entscheidend für den Erfolg der Hilfen für geflüchtete Menschen ist die Zusammenarbeit aller Akteure. Dabei gibt es markante Unterschiede zwischen einer „anonymen“ Großstadt und einem Landkreis, in dem vieles über direkte Kontakte geregelt wird. Der Wille und die Bereitschaft zur Kooperation ist dennoch ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor. Die Formen der Kooperation können systematisiert werden und sollen nicht dem Zufall und allein dem politischen Willen überlassen werden.“

Stand: April 2016

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